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PloneGov Info Sprint: Wege zu digitaler Nachhaltigkeit

Zum vierten Mal seit seiner Gründung im April 2007 hat der Verein PloneGov.ch einen InfoSprint abgehalten. Erneut konnte dabei über erweiterte Einsatzgebiete und vertiefte Funktionalitäten berichtet werden. Stand vor einem Jahr die Vernetzung mit anderen Communities der Open Source Software Szene im Vordergrund, so diente dieses Mal das Stichwort „digitale Nachhaltigkeit“ als roter Faden. Zusammen mit der Parlamentariergruppe gleichen Namens wurden die Möglichkeiten ausgelotet, wie staatliche Organe und deren Partner aus Wirtschaft und Bevölkerung gemeinsam ein nachhaltiges Kooperations‐ und Kollaborationsnetzwerk vorantreiben können. Neben Berichten aus erster Hand über aktuelle Vorhaben in Politik und Verwaltung kamen wie gewohnt wegweisende Neuheiten aus der „PloneGov Factory“ aufs Tapet.

Im Eingangsreferat berichtete Nationalrat Christian Wasserfallen über das Bestreben der überparteilich zusammengesetzten „Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit“, den Themen ‚Open Content’ und ‚Open Access’ grössere Beachtung in der nationalen Politik zu verschaffen. Dabei geht es nicht nur um Kosteneinsparungen und grössere Unabhängigkeit von Softwareherstellern, sondern vor allem auch um beschleunigte Investitionen und eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsplatzes Schweiz in Verbindung mit mehr Transparenz, Partizipation sowie kreativer Ausschöpfung der vorhandenen Potentiale.

Marc Zweiacker zeigte auf, welche Wirkungen die vom SECO lancierte und durch 25 Millionen Franken aus dem Förderungsprogramm des Bundes unterstützte SuisseID entfalten kann. Als Standard zur Identifikation beteiligter Akteure schafft sie eine Grundvoraussetzung für sichere, auf solider Vertrauensbasis abgewickelte Kon‐ takte zwischen Unternehmen, Bevölkerung und Behörden. Nun sind innovative Anwendungen, die da‐ von Gebrauch und dadurch die SuisseID attraktiv machen, in hinreichender Zahl gefragt.
Unternehmen und Einzelpersonen müssen öffentliche Leistungen dort beantragen und entgegennehmen können, wo sie sich auch sonst besonders häufig aufhalten und bewegen. Ausgehend von einer für den Kanton Zug realisierten sowie unter der GPL‐Lizenz der SIK publizierten Lösung wurden im PloneGov‐Umfeld inzwischen die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen, um eGov Cockpit Features, bis hin zur Antragstellung und zur Bezahlung, auf mobilen Endgeräten nutzen zu können.

Auch innovativste elektronische Kontakte im amtlichen Behördenverkehr kommen ohne eine zuver‐ lässige und leistungsfähige Geschäftsverwaltung im Hintergrund nicht aus. Im Kanton Zug wird eine solche zur‐ zeit gebaut sowie nahtlos in die homogene Bedienungsoberfläche von eGovernment‐Portal und Intranet‐ Plattform eingebettet. Brigitte Schmid und Olivier Debenath präsentierten das Projekt OpenGever, in dessen Verlauf eine mandantenfähige standardkonforme, auf Integration in eGovernment‐Prozesse hin konzipierte Records Management‐Lösung entstanden ist.

Dank hochentwickelter Mehrsprachigkeit der Basis‐Software sowie bereits bestehender Kontakte in der internationalen Community eignen sich PloneGov‐Anwendungen besonders gut für einen die Sprachgrenzen überschreitenden Einsatz, wie Pascal Zenklusen von Braintec (Brig) mit besonderem Blick auf die Verhältnisse der Suisse Romande darlegte.

In einem Bogen, der die vorausgegangenen Beiträge überspannte, beleuchtete Thomas Schärli (Verein Plone‐ Gov.ch) den Zusammenhang zwischen einem Leistungsverbund, wie er der E‐Government‐Strategie Schweiz vorschwebt, und einer dafür vorauszusetzenden Zusammenarbeitskultur. Eine solche kann nicht angeordnet werden, sondern muss unter Gleichgesinnten spontan und kontinuierlich wachsen können. In diesem Sinn versteht sich der Verein PloneGov.ch als Entwicklungsverbund, der das kreative Potential der föderalen Schweiz auf innovative Weise ausschöpfen helfen kann.

Im abschliessenden Podiumsgespräch unter der Leitung der Präsidentin des Vereins PloneGov, Dr. Hanna Muralt Müller, diskutierten Dr. Matthias Stürmer, Sekretär der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit, Christoph Brütsch, Projektleiter Kantons Zug, Marc Zweiacker, Projektleiter SuisseID, und Thomas Schärli, Mitglied des Expertenausschusses des Vereins, die im Verlauf des InfoSprints aufgetauchten Fragen. Übereinstimmend wurde festgestellt, dass die Open Source‐Bewegung, direkt an abendländische Traditionen der Meinungsäusserungsfreiheit und des freien Zugangs zu Wissen anknüpfend, neue Mittel und Wege aufzeigt, um das föderale System der Schweiz zeitgemäss und zukunftsgerichtet weiterzuentwickeln.

Für weitere Auskünfte:

Dr. Hanna Muralt Müller (h.muralt at muralt-mueller.ch), Thomas Schärli (thomas.schaerli at gmail.com) und Bernhard Bühlmann (b.buehlmann at 4teamwork.ch)

Kurzinformation zu PloneGov

PloneGov beruht auf der Open‐Source‐Software Plone, einem weltweit führenden Web Content Management & Collaboration‐System. Der Werkzeugkasten, der die wesentlichen Geschäftsbedürfnisse von Gemeinden, Schulen, NGO’s und KMU’s etc. abdeckt, lässt sich dank konsequenter Ausrichtung an offenen Standards gut mit anderen Open‐Source‐Lösungen oder kommerziellen Produkten (z.B. im Bereich spezifischer Fachanwendungen) verbinden.

Hinter PloneGov steht eine internationale Community von weit über 100 Organisationen aus 15 Ländern auf 4 Kontinenten, die dafür sorgen, dass der Funktionsumfang des Produkts kontinuierlich weiter wächst und optimiert werden kann (www.plonegov.org; www.plone.org).

PloneGov wurde bereits mehrmals international ausgezeichnet, zuletzt im Herbst 2008 am 8. internationalen E‐Government‐Wettbewerb als bestes der eingereichten Schweizer Projekte. Die internationale PloneGov Community erhielt Auszeichnungen wie z.B. den „Grand Prix du Jury“ der „Gold Lutèce Awards of Paris“ (2007) sowie das „Good Practice Label 2007“ der EU‐Kommission.

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